Du fragst dich, wie du deinem Kind das Lesenlernen beibringen bzw. es dabei unterstützen kannst? Hier findest du konkrete Tipps, die du direkt umsetzen kannst und die deinem Kind wirklich helfen.
Leselernen ist ein große Leistung! Verlange von deinem Kind zum Lesestart nicht zu viel. Bereits das Entziffern einzelner Buchstaben und Wörter ist ein Erfolg. (Foto: Seite aus dem Buch zum Lesen lernen »Lesewald, Der Zauber erwacht«)
Die 9 Tipps im Überblick
Die Leselern-Tipps in der Zusammenfassung
- Laute statt Buchstabennamen: Wenn du deinem Kind das Lesen beibringst, achte darauf, dass ihr beide immer den Laut, nicht den Buchstabennamen sprecht. Beispiel: „G“ statt „Ge“
- Gemeinsam und laut lesen: Lies mit deinem Kind gemeinsam laut (Lesetandem) oder abwechselnd. Lies deinem Kind weiterhin vor, damit es motiviert bleibt.
- Alle Sinne nutzen: Buchstaben in Sand schreiben, aus Knete formen, Szenen aus Büchern nachspielen, all das unterstützt den Lernprozess.
- Den richtigen Lesestoff wählen: Nicht jedes Erstlesebuch passt zu jedem Kind. Wähle Bücher, die zum aktuellen Lesestand passen. Im Zweifelsfall lieber etwas wählen, das zu einfach als zu schwer ist. Erfolgserlebnisse motivieren.
- Geduldig bleiben: Buchstabenverwechslungen, langsames Lesen und ähnliche Leseschwierigkeiten sind am Anfang normal. Bleib ruhig, denn deine Stimmung überträgt sich auf dein Kind.
Laut statt Buchstabenname sprechen
Glaubst du, dass es beim Lesenlernen hilft, wenn dein Kind das ABC aufsagen kann? Das ist ein Denkfehler, den viele Eltern machen. Denn dein Kind lernt dabei den Buchstaben-Namen statt des Buchstaben-Lauts. Das kann Probleme beim Lesen verursachen. Wie?
Das liegt daran, dass dein Kind beim Lesen den Laut „B“ sprechen muss, nicht den Buchstabennamen „Be“, so wie es diesen beim ABC-Aufsagen tut. Wenn dein Kind das ABC auswendig und die zugehörigen Buchstaben kennt, kann es also passieren, dass es beim Lesen die Buchstabennamen spricht und z. B.: „Beaelel“ liest und versteht nicht, dass es gerade „Ball“ gelesen hat.
Buchstabenname versus Laut: Beispiele
!!! Achte darauf, dass dein Kind ausschließlich den Laut, nicht den Buchstabennamen lernt bzw. spricht. Mache du es genauso, wenn du mit deinem Kind über Buchstaben sprichst.
Gemeinsam laut lesen (Lautlesetandem) & Vorlesen
Hast du auch schon zu deinem Kind gesagt: „Jetzt lies doch mal allein, nur dann lernst du es.“
Oder
„Du sollst doch Lesenlernen, ich kann es schon. Deswegen lese dir nicht mehr vor!“
Lass solche Sätze künftig lieber bleiben und lies stattdessen mit deinem Kind gemeinsam und laut.
Lautlesetandem
Gemeinsames, lautes Lesen ist eine bewährte Leselernmethode.
Zahlreiche Untersuchungen* zeigen, dass Tandemlesen/ Lautlesetandems – so der Fachbegriff – Leseflüssigkeit, Leseverständnis und die Lesemotivation fördern.
-> Entdecke im Blog, wie du im Lesetandem mit deinem Kind liest.
Beim Tandemlesen lest ihr zusammen den Text laut oder halblaut. Damit gelingt deinem Kind das Zusammenschleifen der Buchstaben einfacher und lesen fühlt sich nicht so anstrengend und schwer an. Das fördert die Motivation.
Weiterhin vorlesen
Wenn du deinem Kind die schöne Aktivität des Vorlesens entziehst, kann sich das wie eine Bestrafung anfühlen.
Lesenlernen ist ein anstrengender, langwieriger Prozess, der deinem Kind anfangs keinen Lesegenuss bringt. Vielleicht liebt dein Kind Geschichten, aber einen langen Text alleine entschlüsseln zu müssen, ist ermüdend. Da geht die Motivation automatisch flöten.
Lies deinem Kind daher weiterhin vor und bewahrt euch dieses Ritual. Es stärkt nicht nur die Lesemotivation (und steht laut der Erziehungsberaterin und ehemaligen Grundschullehrerin Dr. Martina Stotz über allem), sondern auch eure Bindung.
Bücher zum gemeinsamen Lesen
Mit speziellen Büchern kannst du Vorlesen und Lautlesetandem oder abwechselndes Lesen auf natürliche Weise verbinden.
Vorschule bis ca. Mitte Klasse 1
»Lesewald«
Die Bücher verbinden eine magische Vorlesegeschichte mit ultra-kurzen Selbstleseanteilen.
Dein Kind liest pro Kapitel ein bis drei Wörter, danach darf es sich erholen und deiner Stimme lauschen. So forderst du deinen Leseanfänger:in, überforderst dein Kind aber nicht. Die Wörter sind nach der Treppenwörter-Methode geschrieben. Dein Kind entziffert das Wort damit stufenweise.
Treppenwörter sind für dein Kind extrem hilfreich, wenn:
- Dein Kind am Ende des Wortes vergessen hat, was es gerade gelesen hat.
- Dein Kind beim zweiten Mal Lesen eines Wortes dieses wieder genauso mühsam entziffert wie beim ersten Mal.
- Du das Gefühl hast, dein Kind vergisst während des Entzifferns eines Wortes, welche Buchstaben es zuvor gelesen hat.
-> Erfahre mehr zur Treppenwörter-Methode
Ab ca. Mitte 1. Klasse
Erst ich ein Stück, dann du
Sobald dein Kind Wörter lesen kann, darf es sich an ganze Sätze wagen. Hierfür gibt es Bücher nach dem Prinzip „Erst ich ein Stück, dann du“. Du wechselst dich beim Lesen mit deinem Kind ab, wobei du den Großteil vorliest. Die Textstellen, die dein Kind lesen soll, sind dabei in größerer Schrift und manchmal auch farbig gedruckt.
Alle Sinne einbinden
Laut der Lerntherapeutin Norma Cleve fällt Kindern das Erlernen von Buchstaben einfacher, wenn mehrere Sinne gleichzeitig eingebunden werden. Dafür kannst du beispielsweise dein Kind Buchstaben in Sand oder in Mehl schreiben und aus Knete oder Teig formen lassen. Es hilft auch die Form der Buchstaben zu erfühlen.
Die Elternberaterin und ehemalige Grundschullehrerin Dr. Martina Stotz betont, dass die Kombination aus Lesen und anschließender Bewegung – z. B. Szenen aus der Geschichte nachzuspielen – Leseverständnis und Motivation fördert. Alles, was hilft, aus sturem Entziffern von Buchstaben ein Erlebnis mit Spaß zu machen, ist der Motivation und dem Leselernprozess zuträglich. Go for it!
Denn: „Die Lesemotivation steht über allem. Mit der Lesemotivation kommen die Lesefähigkeit, die Lesefertigkeit und auch das Leseverständnis hinterher ganz von alleine“, so Dr. Martina Stotz.
In meiner Lesenlern-Reihe »Lesewald« verbinde ich Vorlesen, Selbstlesen und Mitmachaktionen, die zum Buch passen. Kinder erleben die Geschichte intensiv und haben Spaß beim Lesen und Lernen.
Wie interaktiv du die Lektüre gestalten willst, entscheidest du:
- Nur vorlesen und dein Kind selbst lesen lassen
- Vorlesen, selbst lesen lassen und Interaktionen aus dem Buch machen
- Zusätzliches Material einsetzen; bei Band 1 beispielsweise das Kind an Minze riechen lassen und/oder Erdbeeren (frisch oder getrocknet, je nach Saison) riechen/essen lassen
- Treppenwörter ausdrucken und wie in der Geschichte auf dein Kind hinabschweben lassen.
Lesestoff passend wählen
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Auswahl an Erstleserbücher in Buchläden etwas irreführend sein kann. Die meisten Bücher wecken zu hohe Erwartungen an die Lesefähigkeiten von Lesestarten, finden sich doch darin meist ganze Sätze lesen. Das aber ist für viele Leseanfänger noch zu schwer.
Laut Diana Wegel, Grundschullehrerin und Gründerin einer Lernplattform, wäre viel Frust vermeidbar, wenn man mit dem Lesestoff einfach dem individuellen Tempo des Kindes folgen würde. Auch sie sieht ein Problem bei der bisherigen Angebot am Buchmarkt und schreibt in einem Ihrer Newsletter: „Leider sind die Erstlesebücher darauf [individuelle Tempo] oft nicht ausgerichtet.“
Gleichzeitig ist klar: Lesenlernen mit Büchern ist spannender als mit schnöden Arbeitsblättern.
Wie also findest du den Lesestoff, der zu deinem Kind passt?
Das Thema des Buches muss dein Kind interessieren. Nur dann wird es gerne lesen.
Der Text muss so gestaltet sein, dass Leseanfänger diesen leicht lesen können, sprich: große, einfach lesbare Schrift.
Der Text muss zum Lesevermögen deines Kindes passen.
Finde heraus, welches Buchformat, dein Kind im Leselernprozess weiterbringt:
- Vignettentexte = Text mit Bildchen. Dein Kind kennt noch keine Buchstaben. Es benennt das Bild, das im Text gezeigt wird, liest also nicht. Geeignet für Vorschule.
- Leselern-Bücher mit Treppenwörtern: Dein Kind kennt einige Buchstaben. Es liest einzelne Wörter (Treppenwörter) im Text. Danach erholt es sich und genießt das Zuhören. Geeignet für Vorschule, 1. Klasse.
- Geschichten mit Großbuchstaben: Dein Kind kennt die Großbuchstaben. Es liest ganze Sätze. Geeignet ab Mitte/Ende 1. Klasse.
- Silbenlesen-Bücher: Dein Kind kennt Buchstaben und Laute sicher. Es liest ganze Sätze. Innerhalbe der Wörter sind die Silben farblich unterschiedlich gefärbt. Geeignet ab ca. Mitte/Ende 1. Klasse.
- Erst Ich ein Stück, dann du: Dein Kind kennt Buchstaben und Laute sicher. Es liest Textabschnitte einer Geschichte, die größer gedruckt sind als der Rest des Textes, den du vorliest. Geeignet ab ca. Mitte/Ende 1. Klasse.#
- Klassische Erstlesebücher: Dein Kind kennt Buchstaben und Laute sicher und hat bereits ein gewisses Durchhaltevermögen. Es liest allein. Ab Ende 1. Klasse
-> Mehr zu den hier vorgestellten Formaten findest du im Formatüberblick zu Büchern zum Lesen lernen
WICHTIG:
- Jedes Kind hat sein individuelles Lerntempo. Manche Kinder lesen bereits 3 Monate nach Schulstart Erstlesebücher, andere schaffen das erst im Laufe der 2. Klasse. Beides ist normal.
- Lesenlernen ist kein Wettbewerb.
- Vermeide es, die Lesefähigkeiten deines Kind offen mit anderen zu vergleichen (z. B: Geschwister, Freunde). Das tun Kinder ganz von selbst und oft schadet es.
- Frühzeitige und regelmäßige Leseerfolge sind essentiell. Greift also lieber zu einem „zu einfachen Buch“ greifen als zu einem Text, der überfordert.
- Überforderung und mangelnde Leseerfolge können laut der Leseförderexpertin Heidemarie Brosche in einem negativen Lese-Selbstkonzept enden und das gilt es unbedingt zu vermeiden.
Geduldig und einfühlsam sein
Sei geduldig mit deinem Kind und einfühlsam, auch wenn das manchmal schwierig sein kann.
Mit folgendem Gedanken möchte ich dir helfen:
Stell dir vor, du sollst chinesische Schriftzeichen lesen (lernen). Wie fühlt sich das an? Genauso oder so ähnlich fühlt sich dein Kind beim Lesestart.
Sei also nachsichtig mit deinem Leseanfänger, wenn er schon wieder den Laut zum Buchstaben vergessen hat oder „d“ und „b“ verwechselt. Das ist normal!
Nicht nur Buchstabenverwechslungen (b/d, p/q) gehören laut der Lerntherapeutin Norma Cleve zu den typischen Anfangsschwierigkeiten, sondern auch Probleme beim Zusammenschleifen, langsames Lesen, Unsicherheiten bei Lautkombinationen, Verrutschen in der Zeile, fehlendes Textverständnis. Bis Ende der zweiten Klassen sollten diese behoben sein.
Ein zweiter Tipp zum Thema Geduld:
Mach dir bewusst, dass sich deine Stimmung automatisch auf dein Kind überträgt. Die Elternberaterin Dr. Martina Stotz sagt: Eine „… gestresste Stimmung überträgt sich auf das Kind und Lesen macht dann selten Spaß. An solchen Tagen ist weniger mehr. Dann lieber kürzer oder gar nicht lesen, als sich und das Kind durch 20 bis 30 Minuten Lesenlernen zu quälen.“
Als Rat gibt die Erziehungsberaterin Eltern mit: „Du kannst dein Nervensystem vor der Übungssituation auch selbst regulieren, indem du tief und ruhig durchatmest, kaltes Wasser trinkst oder eine Entspannungsübung machst. Dann gehst du mit einer ruhigen, gelassenen Stimmung in die Lesesituation.“
Und noch ein letzter Hinweis:
Sieh eure Leselernzeit als Möglichkeit, eure Bindung zu stärken. Denn Vorlesen und gemeinsames Lesen beeinflusst die zwischenmenschliche Beziehung äußerst positiv, so die Lese- und Literaturpädagogin Christine Sinnwell-Backes in einem Interview – natürlich vorausgesetzt du schimpfst nicht.
Weitere Impulse für einen gelungenen Lesestart
- Sorge beim Lesenlernen für eine gemütliche Stimmung, mache es idealerweise zu einem schönen Ritual.
- Wähle für das Lesenlernen Momente, in denen dein Kind satt und ausgeruht ist, sich ausgetobt und bei dir Nähe getankt hat. Dann sind alle Bedürfnisse erfüllt und es kann sich auf das Lesen konzentrieren.
- Nutze Lesespiele. Das bringt Abwechslung und fühlt sich noch weniger nach aufgezwungenem Lernen an.
- Binde Lesen nebenbei in den Alltag ein. Frag dein Kind z. B.: Kannst du lesen, was auf der Milchpackung steht?
- Geh mit deinem Kind auf eine Autorenlesung, damit es den Menschen hinter dem Buch kennenlernen kann.
- Geh mit deinem Kind in die Buchhandlung und Bücherei. Allein der Kontakt zu Büchern fördert das Interesse und Lesemotivation.
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Mehr zum Thema Lesen lernen
Tipps:
- 5 einfache Wortschatzspiele: Sprache & Ausdruck mit Spaß üben
- Kinder vorlesen: richtig und lebendig – 10 Tipps für Vorlesende
- Wie kann man Lesemotivation in der Grundschule fördern: 5 Tipps
- Welche Bücher zum Lesen lernen gibt es: Ein Überblick für Eltern
- Einfach Lesenlernen mit Treppenwörtern
- Lesespiele für die Grundschule
Experten-Interviews:
FAQ: Häufige Fragen rund ums Lesenlernen
Ab wann lernen Kinder lesen?
Die meisten Kinder lernen im ersten Schuljahr systematisch lesen, also ab dem 6. oder 7. Lebensjahr. Einzelne Kinder interessieren sich bereits im Vorschulalter für Buchstaben und können manchmal erste Wörter erkennen. Das ist die Ausnahme, kein Maßstab. Vor der Einschulung lesen zu können, ist nicht erforderlich. Sinnvoll ist es, früh eine positive Beziehung zu Büchern und Sprache aufzubauen. Das gelingt durch Vorlesen, Wortschatzspiele und schöne, gemeinsame Lesemomente.
Wann muss ein Kind lesen können?
Einen bundesweit einheitlich festgelegten Zeitpunkt gibt es nicht. Als grobe Orientierung gilt laut Lerntherapeutin Norma Cleve: Gegen Ende der 1. Klasse sollte ein Kind kurze, einfache Wörter lesen können. Spätestens im 2. Halbjahr der 2. Klasse sollten einfache Texte sinngemäß erfasst werden. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Lesenlernen ist kein Wettbewerb.
Im Interview mit Norma Cleve erfährst du mehr zum Prozesse des Leselernens.
Wie gut sollte ein Kind am Ende der 1. Klasse lesen können?
Laut Lerntherapeutin Norma Cleve sollten die meisten Kinder gegen Ende der 1. Klasse kurze, ein- bis zweisilbige Wörter wie „Ball“, „Mama“ oder „Auto“ halbwegs flüssig lesen können. Kann ein Kind zu diesem Zeitpunkt noch keine einfachen Wörter entschlüsseln, lohnt sich ein genauerer Blick und gegebenenfalls frühe Unterstützung. Wie schnell muss ein Kind lesen können?
Mehr dazu findest du im Interview mit Norma Cleve: Lesen lernen und Hürden überwinden
Wie schnell muss ein Kind lesen können?
Wie schnell ein Kind lesen lernt, hängt von vielen Faktoren ab: Buchstabenkenntnis, Leseübung, Interesse, Sprachentwicklung. Einen festen Richtwert gibt es nicht. Entscheidend ist laut Lerntherapeutin Norma Cleve, dass Kinder Schritt für Schritt Fortschritte machen und Lesen als etwas Positives erleben. Lieber ein „zu einfaches“ Buch wählen und Erfolgserlebnisse schaffen, als mit zu schweren Texten Frust erzeugen. Denn Überforderung kann laut Leseförderexpertin Heidemarie Brosche zu einem negativen Lese-Selbstkonzept führen.
Wenn du die Interviews mit den Expertinnen lesen möchtest, findest du diese hier:
Wie lange pro Tag lesen üben?
Das Wichtigste ist, dass regelmäßig und mit Spaß gelesen wird. Erziehungsberaterin Dr. Martina Stotz empfiehlt: Lieber kurze, entspannte Einheiten als sich und das Kind durch 20 bis 30 Minuten zu quälen. 5 bis 10 Minuten tägliches gemeinsames Lesen bringen mehr als seltene, lange Lernsitzungen. Ausschlaggebend sind die Regelmäßigkeit und eine ruhige, positive Stimmung ohne Zwang. Wenn man dann länger als 10 Minuten liest, umso besser.
Wie erkenne ich eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) bei meinem Kind?
Wie erkenne ich, ob mein Kind eine Leseschwäche hat? Viele Anfangsschwierigkeiten beim Lesenlernen sind normal: Buchstabenverwechslungen (b/d, p/q), langsames Lesen, Probleme beim Zusammenschleifen. Diese nehmen mit Übung ab.
Genauer hinschauen solltest du laut Lerntherapeutin Norma Cleve, wenn im 2. Halbjahr der 2. Klasse trotz regelmäßigem Üben die Probleme weiterhin auftraten und mehrere dieser Punkte zutreffen:
- häufige Buchstaben- und Lautverwechslungen
- sehr langsames, fehlerhaftes Lesen trotz bekannter Buchstaben
- das gleiche Wort wird im selben Text unterschiedlich geschrieben
- Zusammenschleifen fällt ungewöhnlich schwer
- das Gelesene wird kaum verstanden
- sinkende Motivation: „Ich kann das eh nicht.“
Erster Schritt: Mit der Lehrkraft sprechen. Bestätigt sie größere Schwierigkeiten, kann eine professionelle Abklärung bei einer Lerntherapeutin oder einem Schulpsychologen sinnvoll sein.
Lesewald, Der Zauber erwacht (Buch zum Lesen lernen für Erstleser),
Hardcover, 16,00€
Der Sumpfmumpf und die Hoffnung, Hardcover, 18,95€
Nachhaltigkeit spannend erzählt: Buch-Bundle, Hardcover, 30,95€
Quellen und Bildnachweise:
Quellenverzeichnis
Lautlesetandem:
- BiSS-Transfer (Bund-Länder-Initiative Sprachbildung und Schreiben): Lautlesetandem – Tool-Beschreibung mit Studienbefunden (u. a. Nix, 2011; Lauer-Schmalz, Rosebrock & Gold, 2014). Bundesweites Forschungs- und Praxisprogramm, gefördert vom BMBF und der KMK. https://www.biss-sprachbildung.de/btools/lautlesetandem/
- BiSS-Transfer: Broschüre „Gemeinsam fit im Lesen – Lautlese-Tandems im Schulunterricht“. Praxisbroschüre mit Forschungsüberblick (u. a. Bezug auf IGLU, PISA, Studienlage). Herausgegeben im Rahmen der Bund-Länder-Initiative BiSS. https://www.biss-sprachbildung.de/pdf/biss-broschuere-lautlese-tandems.pdf
Experteninterviews:
- Brosche, Heidemarie (Leseförderexpertin): Interview „Wenn Kinder nicht lesen wollen: Gründe & was Lesefreude fördert“, alexandra-wagner.de, 2026. https://alexandra-wagner.de/kind-will-nicht-lesen/
- Brosche, Heidemarie (Leseförderexpertin): Interview „Warum Kinder nicht lesen lernen“, alexandra-wagner.de, 2025. https://alexandra-wagner.de/warum-lernen-kinder-nicht-lesen/
- Cleve, Norma (Lerntherapeutin): Interview „Lesen lernen & Hürden überwinden: Tipps einer Lerntherapeutin“, alexandra-wagner.de, 2025. https://alexandra-wagner.de/kinder-lesen-lernen-interview-lerntherapeutin/
- Sinnwell-Backes, Christine (Lese- und Literaturpädagogin): Interview „Warum Vorlesen für Kinder wertvoll ist“, alexandra-wagner.de, 2025. https://alexandra-wagner.de/warum-kindern-vorlesen/
- Stotz, Martina, Dr. (Erziehungsberaterin, ehemalige Grundschullehrerin): Interview „Lesen üben ohne Streit: Wie du Frust vermeidest & dein Kind liebevoll motivierst“, alexandra-wagner.de, 2026. https://alexandra-wagner.de/lesen-ueben-interview/
- Stotz, Martina, Dr. (Erziehungsberaterin, ehemalige Grundschullehrerin): „Entspannt Lesen lernen & üben: 9 Tipps für den Lesestart“, alexandra-wagner.de, 2026. https://alexandra-wagner.de/entspannt-lesen-lernen-ueben-tipp/
- Wegel, Diana (Grundschullehrerin, Gründerin Lernplattform miaundmika.de): Newsletter, So geht leichtes Lesen, 25.11.2025. Nicht öffentlich zugänglich.
Studien & Institutionen:
- Iglu-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung): Aktuelle Ergebnisse zur Lesekompetenz von Grundschulkindern in Deutschland. https://www.iglu-studie.de/
- Stiftung Lesen: Studien und Publikationen zu Lesemotivation, Vorlesen und Leseförderung. https://www.stiftunglesen.de/
Bildnachweise:
- alle: Alexandra Wagner









