Du möchtest deinem Kind zum Schulanfang ein Buch schenken? Gute Idee. Achte vor dem Kauf auf ein paar Punkte, damit das Buch Lust aufs Lesen macht und deinen Schulanfänger Kind nicht überfordert.
Die wichtigsten Kriterien im Überblick
- Ein Buch zur Einschulung darf nicht überfordern. Daraus folgt: Kaufe entweder Bücher, die du komplett vorliest, oder solche mit sehr kurzen Selbstleseanteile in großer Schrift und bunten Illustrationen, wenn du dein Kind zum lesen motivieren möchtest.
- Ein gutes Einschulungsbuch macht dein Kind neugierig auf Wörter, führt es spielerisch ans Lesenlernen heran und greift seine aktuelle Lebenssituation auf.
- Erstklässler:innen können zum Schulanfang in der Regel noch nicht lesen. Klassisches Erstleserbücher sind für daher dein Kind zur Einschulung noch zu schwer.
- Bücher, die Vorlesen und Selberlesen kombinieren, eignen sich gut. Dabei sollten die der Selbstleseanteile sehr kurz gehalten sein. Dein Schulanfänger liest z. B. erste Wörter, du den Großteil der Geschichte.
- Ideal für die Einschulung sind Bücher mit kurzen Kapiteln und Interaktionen, die natürliche Lesepausen ermöglichen.
- Themen wie Mut, Freundschaft und der Umgang mit Angst passen inhaltlich zum Schulanfang, weil sich dein Kind gerade in einer Phase des Umbruchs befindet.
- Ein Buch in der Schultüte wirkt nur dann motivierend, wenn es nach Spaß statt Pflicht aussieht.
Ein Buch als Geschenk in der Schultüte ist sehr sinnvoll. Denn, richtig ausgewählt, weckst du damit Lesefreude in deinem Kind und das ist extrem wertvoll. Doch genau hier liegt auch das Problem: Viele Erstleserbücher, die als Bücher zur Einschulung in der Schultüte landen, setzen voraus, dass ein Kind bereits lesen kann. Das ist zum Schulstart allerdings die Ausnahme.
Ein gutes Einschulungsbuch macht dein Kind neugierig auf Wörter und führt es spielerisch ans Lesenlernen heran.
Keine Überforderung
Das wichtigste Kriterium: Das Buch darf dein Kind nicht überfordern. Da dein Kind zur Einschulung vermutlich nur ein paar Buchstaben kennt, aber noch nicht lesen kann, sollte es ein Vorlesebuch sein. Sprich: Du liest den Großteil der Geschichte vor, dein Kind liest nur vereinzelte Wörter.
Überforderung löst Frust beim Lesen aus, was zu Demotivation führt. Und Demotivation ist das Letzte, was ein Kind zum Schulstart gebrauchen kann. Denn laut der Leseförder-Expertin Heidemarie Brosche entwickle ein Kind durch Überforderung und fehlende Erfolgserlebnisse beim Lesen ein negatives Lese-Selbstkonzept, das langfristig ungute Folgen habe.
Leseerfolge hingegen sorgen dafür, dass Kinder am Lesenlernen dranbleiben.
Große, gut lesbare Schrift
Zum Lesestart muss dein Kind jeden einzelnen Buchstaben entziffern. Das ist schwer genug. Stell dir vor, du sollst chinesische Schriftzeichen lesen. Die Schrift muss daher groß sein und mit einem klaren Schriftbild ohne Schnörkel.
Kombination aus Vorlesen und Selberlesen
Damit sich dein Kind ans Lesen herantasten kann, solltet ihr auch beim Lesen abwechseln. Du liest dabei den Großteil, dein Kind übernimmt nur einzelne Buchstaben oder Wörter. Ihr genießt zusammen die Geschichte, dein Kind ist aktiv beteiligt und darf sich ohne Druck ein bisschen ausprobieren.
So bleibt auch das Vorlesen erhalten, das mit der Einschulung in vielen Familien abrupt endet nach dem Motto: „Du kannst doch jetzt selber lesen.“ Dabei genießen es die meisten Kinder.
Wichtig beim Lesenlernen
Dein Kind darf ausschließlich den Laut, nicht den Buchstabennamen sprechen.
Beispiele: Es muss also
- „B“ statt „Be“
- „M“ statt „Em“
- „K“ statt „Ka“
lesen.
Achte darauf, dass auch du nur den Laut verwendest, wenn du mit deinem Kind Buchstaben lernst oder etwas buchstabierst.
Schnelle Erfolgserlebnisse
Zum Beginn der Lesekarriere ist es bereits ein Erfolg, wenn dein Kind, ein einziges Wort selbst liest. Wenn dieses eine Wort allerdings zwischen 20 anderen steht, fühlt es sich eher weniger nach Erfolg an. Achte beim Buchkauf darauf, dass die Selbstleseanteile sehr kurz und deutlich gekennzeichnet sind. Dann weiß dein Kind, was es schaffen soll.
Kurze Kapitel & natürliche Pausen
Im Einschulungsalter haben Kinder einen starken Bewegungsdrang. Manchen Sechsjährigen fällt es schwer, lange zu sitzen und zuzuhören. Selbst zu lesen ist anfangs mega anstrengend. Pausen sind daher wichtig. Wähle daher die Bücher mit kurzen Kapiteln, so dass ihr nicht mittendrin abbrechen müsst, sondern die Pause passt. Optimal ist es, wenn das Buch zum Mitmachen einlädt und dabei vielleicht sogar mehrere Sinne anspricht. Kinder lernen einfacher, wenn mehrere Sinnen angesprochen werden. Zur Geschichte passende Interaktionen fördern außerdem Reflexion des Gelesenen und damit das Leseverständnis. Vor allen Dingen machen sie aber Spaß!
Tandemlesen (gemeinsam laut lesen)
Lies mit deinem Kind gemeinsam laut, statt es dazu zu „zwingen“, alleine zu lesen.
Zu zweit einen Text (oder Wörter) gleichzeitig laut zu lesen, wird Lesetandem genannt. Es ist ein Methode, um deinem Kind den anstrengenden Lesestart zu erleichtern und seine Leseflüssigkeit zu verbessern.
Erfahre mehr, wie du das Lesetandem umsetzt.
Bunte Illustrationen
Bilder sind für deinen Leseanfänger keine Deko. Sie helfen dabei, die Geschichte zu erfassen, auch wenn dein Kind den Text noch nicht lesen kann. Dabei schauen Kindern Illustrationen gerne genau an und entdecken Details, die wir als Erwachsene oft übersehen.
Thema passt zur Lebenssituation
Die Einschulung bringt für viel Neues: eine fremde Umgebung, neue Kinder, Anforderungen, die es vorher nicht gab. Daher passen Bücher für Schulanfänger besonders gut, die Geschichten erzählen über:
- Angst überwinden,
- Herausforderungen meistern,
- Zutrauen & Selbstvertrauen
- Mut
- Freundschaft
- u.ä. Themen.
Dein Kind erkennt sich in Figuren wieder, die vielleicht zweifeln oder zögern, und es trotzdem versuchen.
»Lesewald«-Bücher zum Schulstart
Meine »Lesewald«-Reihe habe ich genau für diese Einschulungsphase und die erste Schritte beim Lesenlernen geschrieben. Ich habe selbst erlebt, wie schwer sich ein Kind anfangs beim Lesen tut, klassische Erstleserbücher viel zu hohe Erwartungen in einem und im Kind an eigenen Lesefähigkeiten erwecken und auch nicht jede Methode, die Leselernbücher bieten, zum eigenen Kind passt.
Über ein Arbeitsblatt aus der Schule stieß ich auf die Treppenwörter-Methode: Wörter werden Buchstabe für Buchstabe aufgebaut, sodass Kinder sie Stufe für Stufe erlesen. Diese Methode hat bei uns den Schalter umgelegt. Nach dem Lesen der Treppenwörter konnte mein plötzlich Kind auch Wörter in regulärer Schreibweise lesen.
Da aber Lesenlernen mit Büchern mehr Spaß macht als mit Arbeitsblätter, arbeiten die »Lesewald«-Bücher mit Treppenwörter.
Das Foto oben zeigt Seiten aus »Lesewald, Der Zauber des Wassers«. In diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf Doppel- und Mehrfachlauten.
Das »Lesewald«-Konzept in Kürze:
- Vorlesebücher mit ultrakurzen Selbstleseanteilen in Form von Treppenwörtern.
- Treppenwörter werden im Verlauf der Geschichte länger, so dass sich dein Kind steigern kann. Am Ende liest es die Treppenwörter in regulärer Schreibweise.
- Selbstleseanteile sind in großer, klarer Schrift und im Eichenblatt-Design, das zur Handlung der Geschichte passt.
- Interaktionen laden zu Pausen, Bewegung und Reflexion der Geschichte ein. Sie machen Spaß und fördern die Bindung zwischen dir und deinem Kind.
- Illustriert von Manuela Buske.
Interaktionen & kurze Bewegungsspiele lockern die Lektüre nicht nur auf, sondern steigern auch die Immersion in die Geschichte.
»Lesewald, Der Zauber erwacht« – für Selbstvertrauen beim Lesenlernen
Lea und Tim können es kaum glauben: Das Wäldchen hinter dem Spielplatz ist magisch! Alles, was man dort liest, wird plötzlich lebendig. Wie blöd nur, dass Lea absolut keine Lust auf Lesen hat. Doch Tim traut sich und Lea muss zusehen, was sie alles verpasst. Das geht gar nicht…
- geeignet für Vorschule & erste Klasse, also genau für die Zeit rund um die Einschulung
- erste Wörter selbst lesen
- Hardcover, bunt illustriert von Manuela Buske
- 16,00 €, ISBN 978-3-8234-0014-1
Pressestimmen:
„Ein Buch, das Lust aufs Lesenlernen macht“, Münchner Merkur
„So wird gemeinsame Lesezeit zu einem kleinen Zauber, bei dem aus Vorlesen und Mitmachen ein echtes Miteinander entsteht – und so wächst die Lust selbst in die Welt der Bücher einzutauchen“, Familienmagazin liesLotte
»Lesewald, Der Zauber des Wassers« – Mut bei Angst vor Wasser & Freundschaft
Lea und Tim trauen ihren Augen nicht. Die Lichtung im Lesewald verwandelt sich in einen See! Welche Abenteuer hält die magische Eule Ada wohl diesmal bereit? Lea kann es kaum erwarten ins Nass zu springen. Doch was ist heute mit Tim los? Warum macht er nicht mit? Hat er etwa Angst vor Wasser?
- geeignet für Vorschule & erste Klasse, also genau für die Zeit rund um die Einschulung
- erste Wörter selbst lesen, mit Schwerpunkt auf Doppel- & Mehrfachlaute
- Hardcover, bunt illustriert von Manuela Buske
- 16,00 €, ISBN 978-3-8234-0015-8
Leserstimmen
„Ein zauberhafter Sprung ins Leseglück“, Nina Albert
„Ein echtes Herzensbuch für kleine Leser*innen und alle, die sie dabei begleiten“, Christina Natusch
Mehr zur Einschulung
Tipps:
- Bücher zum Lesenlernen: Überblick zu Erstleserbuch-Formaten
- Lesen lernen: Wie du deinem Kind beim Lesestart hilfst (praktische Tipps)
- 5 einfache Wortschatzspiele: Sprache & Ausdruck mit Spaß üben
- Leselernspiele für Vorschule & Grundschule mit Treppenwörtern
- Kinder vorlesen: richtig und lebendig – 10 Tipps für Vorlesende
- Wie kann man Lesemotivation in der Grundschule fördern: 5 Tipps
Experten-Interviews:
- Lesen lernen & Hürden überwinden: Tipps einer Lerntherapeutin
- Wenn Kinder nicht lesen wollen: Gründe & was Lesefreude fördert
- Warum lernen Kinder nicht lesen? Interview mit einer Leseförder-Expertin
- Warum ist Vorlesen für Kinder wertvoll? Gespräch mit einer Lese- & Literaturpädagogin
- Lesen üben ohne Streit: Interview mit Elternberaterin Dr. Martina Stotz
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FAQ: Häufige Fragen
Welches Buch schenkt man zur Einschulung?
Zur Einschulung eignet sich ein Vorlesebuch mit sehr kurzen Selbstleseanteilen. Dein Kind liest einzelne Wörter, du übernimmst den Rest der Geschichte. So erlebt es Erfolge, ohne die Last der ganzen Geschichte zu tragen. Klassische Erstleserbücher sind zum Schulanfang meist noch zu schwer.
Woran erkenne ich ein gutes Einschulungsbuch?
Ein Buch ist dann für die Einschulung geeignet, wenn es:
- dein Kind nicht überfordert,
- Neugier auf Buchstaben und Wörter weckt,
- dein Kind spielerisch ans Lesen heranführt,
- du den Großteil der Geschichte vorliest und sich dein Kind an vereinzelten Wörtern ausprobieren kann.
Sind Erstleserbücher für Schulanfänger geeignet?
Klassische Erstlesebücher sind für die allermeisten Schulanfänger zum Zeitpunkt der Einschulung noch zu schwer, da sie ein gewisses Leseniveau voraussetzen. Bücher mit Text, der ausschließlich von Kindern gelesen werden soll, passen meist ab der Mitte oder dem Ende der ersten Klasse. Zum Schulanfang selbst sind Bücher mit sehr kurzen Selbstleseanteilen die bessere Wahl.
Inwiefern sind in die »Lesewald«-Bücher gute Bücher für die Einschulung?
Die »Lesewald«-Bücher eignen sich für die Einschulung, weil Erwachsene den Großteil der Geschichte lesen und Lesestarter mittels der Treppenwort-Methode nur einzelne Wörter lesen müssen. Das schließt Überforderungen und Frust aus. Daneben sind Interaktionen intergriert, was dem Bewegungsdrang von Schulanfängern nachkommt. Auch thematischen holen die »Lesewald«-Bücher , vor allem Band 1 »Der Zauber erwacht«, Erstklässler ab, da es hier um die Scheu & Schwierigkeiten beim Lesenlernen geht.
Lesewald, Der Zauber erwacht (Buch zum Lesen lernen für Erstleser),
Hardcover, 16,00€
Der Sumpfmumpf und die Hoffnung, Hardcover, 18,95€
Nachhaltigkeit spannend erzählt: Buch-Bundle, Hardcover, 30,95€
Bildnachweis:
- Fotos, Fotomontagen (in Canva) selbst erstellt (Alexandra Wagner)
- Illustrationen Lesewald: Manuela Buske
Quellen:
-
Brosche, Heidemarie (Leseförder-Expertin): Interview „Warum Kinder nicht lesen lernen“, alexandra-wagner.de, 2025. https://alexandra-wagner.de/warum-lernen-kinder-nicht-lesen/
